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venerdì 6 febbraio 2026

Die Europäische Union muss sich mit einem eigenen Atomwaffenarsenal ausstatten.

 Trumps zweite Präsidentschaft hat eine Verteidigungspolitik offenbart, die Europa in den Hintergrund rückt. Das Überleben des Atlantischen Bündnisses, wie wir es bisher kannten, ist ernsthaft gefährdet. Dies alles ging einher mit angedrohten Zöllen und dem Vorgehen gegen Grönland, das völlig außerhalb der Normen der Beziehungen zwischen Washington und seinen Verbündeten liegt. Einzig der START-Vertrag sorgte noch für eine gewisse Ordnung in der Frage der militärischen Atomwaffen. Mit dessen Ende beginnt eine Phase der Unsicherheit, und Europa wird sich mit einer eigenen nuklearen Verteidigung ausrüsten müssen. Der Kalte Krieg garantierte dank der Vereinigten Staaten den Schutz ganz Europas, doch die Bedingungen haben sich geändert: Wir befinden uns nicht mehr in einem bipolaren Kontext, und vor allem scheint Trump nicht bereit zu sein, die amerikanische Atomkraft zur Verteidigung des alten Kontinents gegen einen möglichen russischen Angriff einzusetzen. Die erste spürbare Folge für die internationale Politik ist das Ende des historischen Widerstands Deutschlands gegen einen nuklearen Schutzschild – allerdings nicht einen nationalen, sondern einen, der die gesamte Europäische Union einbezieht. Auch andere europäische Länder wie Schweden und Polen und insbesondere die baltischen Staaten sind offen für die Möglichkeit, den französischen nuklearen Schutzschild unmittelbar zu nutzen. Das Beispiel der Ukraine ist beispielhaft. Zum Zeitpunkt des Zerfalls der Sowjetunion war Kiew die zweitgrößte Atommacht der Welt, gerade wegen seiner Nähe zu Europa. Nachdem es all seine Atomwaffen an Russland abgetreten hatte – im Austausch für einen Nichtangriffspakt, den Moskau offenkundig gebrochen hat –, verlor es seine Fähigkeit, Angriffe des Kremls abzuschrecken. Für Europa stellen die französische und möglicherweise auch die britische Lösung nur eine Übergangsmaßnahme dar, die überwunden werden muss, um die Verteidigung des Kontinents zu stärken. Dies erfordert massive Investitionen und ausreichenden politischen Willen, sowohl auf zentraler als auch auf peripherer Ebene, sowie einen Wandel der gesellschaftlichen Einstellung. Die Menschen nicht an traditionelle Aufrüstung, sondern an Atomwaffen zu gewöhnen, wird nur starke Spannungen erzeugen. Die Ausrüstung mit Atomwaffen ist kein Prozess, der über Nacht abgeschlossen ist; er erfordert Jahre und technisches Know-how, das innerhalb der Union möglicherweise nicht vorhanden ist. Daher ist es in naher Zukunft unmöglich, völlig unabhängig von den Vereinigten Staaten zu sein, die von der Fortsetzung der europäischen Verteidigung überzeugt werden müssen. Es ist jedoch unerlässlich, jetzt mit den Vorbereitungen für den Aufbau einer nuklearen Abschreckung zu beginnen. Dies wird sicherlich zu einem neuen Gleichgewicht des Schreckens beitragen, Europa aber nicht schutzlos gegenüber geopolitischen Bedrohungen jeglicher Art machen. Zwar wird der Schutzschild derzeit von Frankreich bereitgestellt, doch Paris beabsichtigt nicht, diesen Schutz kostenlos anzubieten. Er erfordert Investitionen nicht nur der Französischen Republik, während gleichzeitig das ausschließliche Recht auf einen Atomangriff erhalten bleibt. Abgesehen von diesen Einschränkungen, die sogar legitim erscheinen mögen, besteht Frankreichs Atomwaffenarsenal jedoch nur aus 290 Atomsprengköpfen, was im Vergleich zu Russlands über 4.300 und selbst den 3.700 der USA einen begrenzten Schutz bietet. Betrachtet man nun potenziell feindliche Staaten – die USA ausgenommen – wie Russland, China und Nordkorea, ganz zu schweigen von Akteuren wie Pakistan und Indien, die ein Eigeninteresse an einer Bedrohung Europas haben könnten, wird die Notwendigkeit eines gemeinsamen EU-Atomwaffenarsenals leider dringlich und unaufschiebbar. Die Europäische Union verfügt derzeit über kaum oder gar keine Verteidigung gegen Bedrohungen jeglicher Art und ist, da sie nicht mehr auf den Schutz der USA zählen kann, äußerst verwundbar. Es müssen neue Abkommen mit Washington geschlossen werden, die Europa für die begrenzte Zeit schützen, die notwendig ist, um eine vollwertige Atommacht zu werden.

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