Die von Trump angekündigte Neuausrichtung des Kampfes gegen den Iran – ein umfassender Wirtschaftskrieg – birgt Implikationen und erfordert sorgfältige Analysen. Zunächst ist die offensichtliche Schwierigkeit zu berücksichtigen, auf die amerikanisches Vorgehen gegen Teheran gestoßen ist. Es besteht eine objektive politische Schwierigkeit, die der Stärkung des iranischen Regimes innewohnt, insbesondere im Inland, wo es den amerikanischen Bemühungen nicht gelungen ist, die Bevölkerung gegen die theokratische Regierung zu mobilisieren. Hinzu kommt, dass amerikanische Kommandeure mitgeteilt haben, dass die Ziele im Iran zur Neige gehen, ohne dass dies konkrete Ergebnisse gebracht hat. Schließlich zwingt die Reduzierung der Militärbestände, insbesondere der Raketen, das Weiße Haus dazu, seine Prioritäten neu zu bewerten, zumindest bis die Arsenale wieder aufgefüllt sind, was allerdings nicht schnell gehen wird. Die Absicht, einen Wirtschaftskrieg gegen den Iran zu führen, eröffnet neue Szenarien, die teilweise alte Ziele widerspiegeln könnten. Innenpolitisch befindet sich die iranische Wirtschaft seit Langem in einer schweren Krise, und eine weitere Verschärfung der Maßnahmen könnte zum Zusammenbruch des Landes führen, die ohnehin schon tiefe Unzufriedenheit in der Bevölkerung verschärfen und möglicherweise Aufstände auslösen. Einer der größten Fehler im Iran-Konflikt war jedoch die Festigung der radikalsten Elemente des Regimes, wodurch gemäßigte Kräfte an den Rand gedrängt und die Repression verstärkt wurde. Sollte Trump hoffen, durch eine restriktive Wirtschaftspolitik Volksaufstände auszulösen, ist dies zumindest vorerst reines Wunschdenken. Die internationalen politischen Implikationen sind vielfältig, sowohl negativ als auch positiv. Zu den negativen Auswirkungen zählen die potenziellen Beziehungen zu China und Russland, den wichtigsten Handelspartnern Teherans. Die Drohung des amerikanischen Präsidenten richtet sich auch gegen jedes Land, das mit dem Iran Handel treiben oder ihm Hilfe leisten will. Der Wunsch nach einer Isolierung des Irans könnte neue Spannungen mit Peking und Moskau schüren, was sich wiederum auf die ohnehin angespannten Wirtschaftsbeziehungen, insbesondere zu China, auswirken würde. Dieser Faktor muss sorgfältig analysiert werden, da er Handelsspannungen zwischen Washington und China hervorrufen und potenziell globale Wirtschaftsdaten beeinflussen könnte. Trumps Wirtschaftskrieg könnte aber auch positive Auswirkungen auf die Beziehungen zu traditionellen Verbündeten haben, die sich in letzter Zeit – gerade wegen des amerikanischen Präsidenten – verschlechtert haben. Der Aufruf zu einem Wirtschaftsboykott dürfte leichter umzusetzen sein als die Teilnahme an einem ungewollten oder gar vereinbarten Krieg. Schließlich unterliegt der Iran bereits zahlreichen westlichen Sanktionen, und eine Verschärfung dieser Sanktionen dürfte die jeweiligen Volkswirtschaften nicht wesentlich beeinträchtigen und würde eine offene Unterstützung für Trump ermöglichen, selbst ohne die Drohungen Teherans hinsichtlich einer möglichen Unterstützung der USA zu riskieren, die den USA durch die Nutzung von Militärbasen auf verschiedenen Staatsgebieten zugutekommen würde. Der von Trump ausgerufene Wirtschaftskrieg birgt offensichtliche Erfolgsaussichten, insbesondere aufgrund Chinas Bedarf an Rohöl. Doch selbst wenn er nicht vollständig gelingt, wäre er eine erfolgversprechendere Taktik als der rein militärische Ansatz, der sich als Fehlentscheidung erwies und zu höherer Inflation sowie einem weiteren Rückgang der Zustimmungswerte des amerikanischen Präsidenten im In- und Ausland führte.
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