Anlässlich des 35. Jahrestages der ukrainischen Unabhängigkeit gab der britische Premierminister Andy Burnham ein politisch bedeutsames Versprechen ab: Großbritannien wird Kiew die Baupläne für die Produktion von Langstreckenraketen zur Verfügung stellen. Dies, zusammen mit der Freigabe der Informationen über die Komponenten der Sturmschatten-Raketen, ermöglicht den Aufbau von Produktionslinien auf ukrainischem Boden. Diese Autonomie wird es den ukrainischen Streitkräften ermöglichen, die Schwierigkeiten zu überwinden, die durch die Lieferung vormontierter Materialien mit begrenzter Einsatzfähigkeit entstehen. Die Reichweite dieser Raketen beträgt etwa 250 km und erlaubt es ihnen theoretisch, Ziele tief im russischen Territorium anzugreifen. Dieses neue Element sollte russische Logistikbasen unmittelbar hinter den Frontlinien zum Rückzug zwingen und so die ohnehin schon schwierigen Nachschubwege weiter verlangsamen. Mit entsprechenden Anpassungen an den Raketen könnten zudem noch strategischere Stützpunkte im Landesinneren von Moskau angegriffen werden. Aus militärischer Sicht werden diese Vorteile jedoch nicht sofort eintreten, da die Produktionslinien erst aufgebaut werden müssen. Dieser Prozess erfordert sicherlich einen langen Zeitraum, der sich auf Monate oder gar Jahre belaufen kann. Die Bedeutung ist, wie bereits betont, derzeit ausschließlich politischer Natur, denn die Übergabe der Raketenbaupläne an Kiew bedeutet, dass London die Messlatte für den Kreml höher legt, auch wenn die Folgen für die Neuausrichtung der russischen Verteidigungsstrategie noch in weiter Ferne liegen. Die politischen Implikationen betreffen jedoch nicht nur die Beziehungen zwischen Großbritannien und Russland, sondern auch zwischen London und Brüssel, wobei der britische Premierminister sehr entschlossen scheint, die Beziehungen zur Europäischen Union zu stärken. Darüber hinaus hat die Ukraine ausdrücklich erklärt, dass sie die vorderste Front im Kampf Europas gegen den russischen Neoimperialismus darstellt. Außenpolitisch scheint London bestrebt zu sein, die von Washington aufgegebene Führungsrolle in der europäischen Verteidigung zu übernehmen. Großbritannien steht damit nicht allein da; die Koalition der Willigen, zu der auch Frankreich und Deutschland gehören, hat ihre Bereitschaft bekräftigt, nach dem Ende des Konflikts Truppen als Friedenstruppen in die Ukraine zu entsenden. Die große Unsicherheit über die amerikanische Haltung im ukrainisch-russischen Konflikt hat zu einer entschlosseneren europäischen Unterstützung für Kiew geführt, die beinahe wie eine obligatorische Vorbereitungsmaßnahme für den schrittweisen Rückzug der USA vom europäischen Kontinent wirkt. Dies manifestiert sich in einem kontinuierlichen finanziellen Engagement, aber nicht nur darin: Auch der Kampf gegen den russischen Ölschmuggel hat schwere Verluste erlitten und Russland Einnahmen in Höhe von rund 495 Milliarden US-Dollar entzogen, die zur Finanzierung des Konflikts verwendet worden wären. Was aktive Investitionen betrifft, haben die nordischen und baltischen Staaten einen gemeinsamen Luftverteidigungsplan, ebenfalls zum Schutz der Ukraine, finalisiert. Die Europäische Kommission hat zusätzliche 6,1 Milliarden Euro für den Kauf der französisch-italienischen SAMP/T-Raketensysteme durch Kiew freigegeben, die zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigungskapazitäten eingesetzt werden sollen. Mit dieser Zuweisung hat die Europäische Union mehr als 22 Milliarden Euro in Militärhilfe für die Ukraine investiert. Diese Investition soll zu den 9,2 Milliarden Euro hinzukommen, die Norwegen für 2026 bereitgestellt und 2027 erneuert hat, wodurch die Unterstützung für Kiew zu einem staatlichen Programm wird. Obwohl es immer noch Nationen gibt, die die Ukraine nur zögerlich unterstützen, scheint der Prozess gut im Gange zu sein und könnte, bei nachhaltigen und gezielten Investitionen, zu einem Programm der Emanzipation von den Vereinigten Staaten werden, die Europa immer weniger Aufmerksamkeit schenken.
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